„Wie fühlt sich eine Gazelle, wenn ihr klar wird, dass sie dem Löwen nicht mehr entkommt? Spürt sie panische Angst? Versucht sie, doch noch einmal zu fliehen? Oder schaut sie nicht den Löwen im letzten Moment an und denkt: Was für ein schönes, starkes Tier! Sterben muss ich ja sowieso. Ist es da nicht besser, von solch einem Tier gefressen zu werden als einfach zu verrecken?


Für mich ist dieser Satz nicht stimmig – ich begegne ihm mit großer Distanz  – wie dem ganzen Roman von Thea Dorn.

Das Thema “Stockholm-Syndrom” hat mich angesprochen und so war ich auf “Mädchenmorder – Ein Liebesroman” wirklich gespannt. Wie kann sich zwischen Opfer und Täter eine Beziehung entwickeln, die dazu führt, dass das Opfer freiwillig beim Täter bleibt und ihn ggf.  sogar unterstützt?

Leider liefert Thea Dorn nur wenig Ansätze; die Figuren der Hauptpersonen bleiben schwammig, Charaktere, Motivationen und tiefere Absichten bleiben undeutlich -  und als Leser bleibt man zwangsläufig auf Distanz.

Schade.